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"Alexander-Mosaik" ("Casa
del Fauno", Pompeji)
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1) 1. ägypt. Geier (A); 2. ruhender
Löwe (RU; unter den Ptolemäern: L); 3. Korb mit Handgriff
(K); 4. Türriegel (stimmhaftes S); 5. Schilfblatt (I); 6. Wasserlinie
(N); 7. Hand (D); 8. Mund (R); 9. wie 4. (2) 1. Schilfblatt (I); 2. Brettspiel
(MN; "men"); 3. Wasserlinie (N; Konsonanten-Wiederholung zu
2). 1.-3.: Imen = Amun (s. "Gottheiten 1"); Amun natürlich
vorangestellt; 4. Kanal (MR; Abk. für MRI; "meri"; s.
"Epitheta"). (3) 1. Sonnenscheibe (Symbol für
RE; natürlich vorangestellt); 2. Dachsbeil (Krummaxt) über
Holzblock (STP, "setep"); 3. Wasserlinie (N, "en").
Nach dem Sieg über die Perser (333 v.Chr., Schlacht von Issos) marschiert Alexander nach Ägypten und befreit das Land von der Perserherrschaft. In Memphis (im Tempel des Ptah) wird er zum Pharao gekrönt. Um seine Herrschaft zu legitimieren, begibt er sich zum Amun-Orakel in die Oase Siwa, wo er als "Sohn des Re" und damit als "Pharao von Ägypten" anerkannt und bestätigt wird. Alexander beim Opfer Alexander hält sich nur kurz in Ägypten auf (332-331 v.Chr.). Während dieser Zeit läßt er Bauwerke errichten und restaurieren (wie z.B. den Amun-Tempel von Luxor, der unter der Perserherrschaft beschädigt worden war). Auch paßt er sich den ägyptischen Glaubensvorstellungen an und bezeugt somit seinen Respekt vor dem Land und seinen Menschen. Als Pharao läßt Alexander sich als "von Amun geliebt, von Re auserwählt" bezeichnen (s. o. und "Epitheta").
Alexander + Amun-Min Nach seinem kurzen Ägypten-Aufenthalt macht Alexander sich daran, den Rest des persischen Weltreichs zu erobern. Ägypten sieht er nicht wieder; er stirbt 33-jährig im Jahre 323 v. Chr. in Babylon an Malaria. Er wird schließlich in Alexandria (331 v.Chr. von ihm gegründet) begraben. Das berühmte "Sema von Alexandria" ist die Grabstätte Alexanders d.Gr. und der ptolemäischen Könige. Alexanders General Ptolemaios wird
323 v.Chr. Satrap Ägyptens und begründet 305 v.Chr. die Dynastie
der Ptolemäer.
Erläuterungen (Hieroglyphen): 1. Hocker (P); 2. Brotlaib (T);
3. Lasso (UA; unter den Ptolemäern: O); 4. ruhender Löwe (RU;
unter den Ptolemäern: L); 5. unbekannt (M); 6.+7. zweimal Schilfblatt
(langes I, Y); 8. gefaltetes Tuch (stimmloses S).
Alexander und seine Zukunftspläne Der welthistorische Moment in dem Kampf
zwischen Alexander und Persien ist das Friedensangebot des Königs
Darius III. nach der Schlacht bei Issus (333), in dem sich dieser bereit
erklärte, dem König der Makedonen sein ganzes Reich westlich
des Euphrat abzutreten, ein Angebot, das Alexander ablehnte. Denn "nicht
ein Großmakedonien, sondern die Weltherrschaft im vollsten Sinne
des Wortes" war sein Ziel, die Zusammenfassung der Völker
der ganzen Oikumene zu einem die Welt umfassenden Kulturreich. Seit der Schlacht von Gaugamela (331)
tritt Alexander als der legitime Erbe der Achämenidendynastie auf.
In Ekbatana entläßt er einen großen Teil der griechischen
Truppen in die Heimat; anstatt ihrer läßt er 30.000 junge
Perser als künftigen Ersatz für das griechische Heer nach
makedonischem Muster erziehen und ausbilden. Und im Jahre 324 treten
diese wirklich an Stelle der in die Heimat entlassenen griechischen
Veteranen in seine Armee ein. In demselben Jahre findet die große
Hochzeitsfeier zu Susa statt, bei der er neben der Tochter des Darius
eine baktrische Königstochter Roxane zur Gattin nimmt und 30.000
seiner Makedonier sich mit asiatischen Frauen vermählen, ein Vorgang
von sinnbildlicher Bedeutung für die Verschmelzung griechischen
und persischen Wesens, von Abendland und Morgenland. Seine zahlreichen Städtegründungen
von der Nilmündung bis an die Grenzen Indiens, nach Alexanders
frühem Tode vor allem durch die beiden großen Seleukiden
Seleukos I. und seinen Sohn Antiochos I. in größtem Ausmaß
wieder aufgenommen und erweitert, werden auf der Grundlage der griechischen
Stadtverfassungen Zentren der griechischen Kultur. Wie gigantisch die Pläne Alexanders
zur Erreichung seines übernationalen Endzieles waren, läßt
eine Mitteilung des zeitgenössischen Historikers Hieronymos von
Kardia (ca. 360 - 256!) erkennen, die bei Diodor (1.Jh.v.Chr.) erhalten
ist. Danach wurden in dem schriftlichen Nachlaß Alexanders Entwürfe
gefunden, die "Verpflanzungen großer Völkermassen aus
Asien nach Europa und aus Europa nach Asien ins Auge faßten, im
Zusammenhang mit den geplanten Städtegründungen, um durch
Ehebündnisse und Verschwägerungen die ganzen Festländer
zu voller Eintracht und auf Blutsverwandtschaft beruhender Freundschaft
zu verbinden". Welcher Geist diesen "königlichen
Säemann" beseelte, der die von ihm geplante Universalmonarchie
ganz auf griechische Kultur gründen wollte, mag auch die Tatsache
zeigen, wie er - hier sehen wir den großen Zögling des Aristoteles
in seinem Geist wirken - die wissenschaftliche Erforschung der von ihm
eroberten und für die griechische Welt zum ersten Male entdeckten
Länder organisierte: er hatte auf seinem Eroberungszuge durch Asien
in seinem Stabe eine Anzahl hervorragender griechischer Gelehrter mitgenommen,
die ihm regelmäßig über alle wichtigen Beobachtungen
und Entdeckungen geographischer, ethnographischer, zoologischer und
botanischer Art in den eben erst in der Erschließung begriffenen
Ländern berichten und diese Berichte schriftlich aufzeichnen mußten.
So ist durch Alexanders weltumfassende
Idee der "Hellenismus" begründet worden, die Durchdringung
der orientalischen Völker bis zum Indus und noch darüber hinaus
mit griechischem Geist, griechischer Kultur, Kunst und Wissenschaft,
wie auf der anderen Seite das Eindringen orientalischer Vorstellungen
und Anschauungen, auch vielfacher Kenntnisse, so auf dem Gebiet der
Sternkunde, in die griechische Wissenschaft, in die Philosophie wie
in die Fachwissenschaften.
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