|
Kopfansicht der Falkenstatue des Chephren |
||
|
Die drei berühmten Pharaonen der 4. Dynastie
Erläuterungen (Hieroglyphen): CHUFU = grch. CHEOPS CHAEFRE = grch. CHEPHREN MENKAURE = grch. MYKERINOS
CHEOPS: Bedeutung des Namens: "Chnum
(äg. Chenemu) schützt mich" ("Chufu" ist die
Abkürzung von "Chenemu-chufu"). Cheops, Sohn des Snofru, des 1.
Königs der 4. Dynastie, wird als der (wahrscheinliche) Erbauer
der ersten und größten der 3 Pyramiden von Gizeh angesehen.
Die Pyramide soll - im Gegensatz zu den anderen Pyramiden - von außen
nach innen gebaut worden sein. 1954 wird an der Südseite der Pyramide
eine in Einzelteile zerlegte Sonnenbarke (aus Zedernholz) für Cheops
entdeckt, die den Pharao ins Jenseits geleiten sollte. Die Große
Pyramide wird als "Achet-Chufu" bezeichnet, d.h. "Horizont
des Cheops", der Ort, an dem der König auferstehen würde. Die ägyptische Tradition sieht
in Cheops einen weisen König, während Herodot (5.Jh.v.Chr.)
die Geschichten eines einheimischen Fremdenführers kolportiert,
wonach dieser Pharao ein Tyrann gewesen sei. An der Spitze der straff organisierten
Verwaltung steht ein "Wesir" (äg. "tjati");
dieser ist der oberste Regierungsbeamte, und als "Erster Untertan"
des Königs hat er nach diesem höchste Autorität. Die
Schlüsselpositionen in Verwaltung und Priesterhierarchie werden
von Angehörigen des Königshauses besetzt.
Elfenbeinstatuette des Cheops CHEPHREN: Bedeutung des Namens: "Er
erscheint (nämlich) Re". Die Pyramide des (angeblichen Erbauers)
Chephren ist etwas kleiner als die des Cheops; sie ist ursprünglich
mit Kalkstein verkleidet, also leuchtend weiß. Der Geburtsname des Königs
(Chaefre) weist auf die enge Verbindung Pharao/Sonnengott hin.
Falkenstatue des Chephren MYKERINOS: Bedeutung des Namens: "Die
Macht des Re (Ra) ist beständig" oder "Mit bleibenden
Ka-Kräften, ein Re". Berühmt sind die "Mykerinos-Triaden",
Statuengruppen, die den Pharao zwischen zwei Göttinnen zeigen;
z.B. der Göttin Hathor, der "Herrin der Sykomore", und
einer Gaugöttin.
Mykerinos-Triade Eine der berühmten "Mykerinos-Triaden":
Mykerinos wird zu seiner Rechten von der Göttin Hathor flankiert,
zu seiner Linken von der Gaugöttin des 7. oä. Gaues, die die
Personifikation der Fruchtbarkeit des Bodens darstellt und damit den
Reichtum des Landes und die Macht des Königs garantiert. |
||
|
Die Titulatur der Pharaonen |
||
|
Serechs des Sechemib = Peribsen Erläuterungen (Hieroglyphen):
Serech des Chasechemui Erläuterungen (Hieroglyphen): Der einzige Sonderfall liegt beim Serech von König Aha (Hor-Aha; 1.Dyn.) vor: Hier greift der Horusfalke durch das Dach des Serech hindurch und hält die Hieroglyphen in seinen Fängen. Die beiden Hieroglyphen "Keule" und "Schild" bedeuten zusammen "kämpfen". Daher hat dieser König den Namen "der Kämpfende" (oder auch "kämpfender Falke"). Serech des Hor-Aha Erläuterungen (Hieroglyphen):
2. Nebti-Name:
3. Goldhorus-Name:
Goldhorus (dieses herrliche Schmuckstück
4. Thronname: 5. Eigenname (Geburtsname):
Der Titel "Pharao" (aus ägypt. "per-aa" = "Großes Haus") wird erst im Neuen Reich auch auf den Herrscher selbst bezogen (und nicht nur auf seinen Palast). Ab der 19. Dyn. wird "Pharao" im Sinne von "Seine Majestät" gebraucht; ab der 22. Dyn. wird "Pharao" vor den Namen des Königs gesetzt. Zu "Nesu-bit" s.o. unter "Thronname". In offiziellen Dokumenten, als Anrede an den Herrscher und in Ansprachen
des Königs selbst wird der Titel "Hem" benutzt, mangels
genauerer Kenntnis wohl mit "Majestät" zu übersetzen.
Mit "Hem" wird auch ein Sklave (Diener) bezeichnet, unterschieden
nur durch das entsprechende Determinativ! Der König bezeichnet
sich also als "(ersten) Diener (des Staates)" (wie Friedrich
II. d.Gr.)!
Epitheta
Die Pharaonen schmücken sich gerne mit Beinamen (Epitheta), die
ihre Beliebtheit bei Göttern zum Ausdruck bringen ("geliebt
von Gott X", "auserwählt von Gott Y", "beständig
wie Gott Z" etc.); andere Kategorien von Beinamen beziehen sich
auf das "ewige Leben" des Pharaos oder auf seine Kraft und
Stärke ("groß an Kraft", "starker Stier"
und dergl. mehr). Götternamen werden respektvollerweise vorangestellt.
Nachfolgend einige Beispiele:
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1a) I: Kanal (MR; Abk. für MRI, "meri") / II: 1. Hacke
(MR, "mer"); 2.+3. zweimal Schilfblatt (langes I) / III: Hacke
(MR; Abk. für MRI, "meri") / IV: 1. Hacke (MR, "mer");
2. Mund (R; Konsonanten-Wiederholung zu 1); 3.+4. zweimal Schilfblatt
(langes I). Zu lesen (erste bis vierte Variante jeweils): MERI ("geliebt") (1b) 1. Schilfblatt (I); 2. Brettspiel (MN, "men"); 3. Wasserlinie
(N; Konsonanten-Wiederholung zu 2); 1.-3. Imen = Amun; 4.-7. "meri"
(s. 1a IV). (2a) Krummaxt (Dachsbeil) über Holzblock (STP; "setep").
Zu lesen: SETEP (2b) 1. Sonnenscheibe (Symbol für RE; natürlich vorangestellt);
2. s. (2a); 3. Wasserlinie (N, "en"). (3) 1. Hocker (P); 2. Brotlaib (T); 3. gedrehter Docht (emphat. H);
1.-3. Gott Ptah (vorangestellt); 4.-6. "meri" (s. 1a II);
7. Wasserlinie (N, "en"). (4) 1. Lebensschleife (ANCH); 2. Kobra (DJ); 3. Brotlaib (T); 2.+3.:
DJT, "djet" ("dschet") = ewig; 4. Determinativ für
Land, Besitz; hier: Ewigkeit. Anm.: Eine dt. Keksfabrik benutzt die Hieroglyphen 2 - 4 als Warenzeichen,
bei dem zwei Fehler enthalten sind: (1) Die Hieroglyphen sind von einer
Kartusche umrahmt; eine Kartusche ist dem König vorbehalten. Der
"Knoten" der Kartusche befindet sich auf der falschen Seite;
da die Kobra nach links blickt, muß von links nach rechts gelesen
werden; folglich gehört der Knoten auf die rechte Seite, also ans
"Ende" der Kartusche. (2) Die Transkription (Umschrift) lautet
"DJET" = "ewig, Ewigkeit" (s.o.), und nicht "TET". (5) 1. Spitzbrot (DI; "di" = geben, schenken); 2. Lebensschleife
(ANCH). (6) 1. ein Paar erhobener Arme (KA); 2. Phallus (Determinativ für
"männlich"); 3. Stier (Determinativ); 1.-3.: "ka"
= Stier; 4. Wasserlinie (N); 5. Zweig (CHT, "chet"; "ch"
wie in "Buch"); 6. Plazenta? (CH; "ch" wie in "Buch");
7. Brotlaib (T); 6.+7.: Konsonanten-Wiederholungen zu 5.; 8. Mann, mit
Stock schlagend (Determinativ für "Stärke"); 4.-7.:
NCHT, "nechet" = stark.
Der Beiname eines Pharaos steht häufig mit dem Herrschernamen
zusammen in seiner Namenskartusche (wie z.B. "Hatschepsut, die
mit Amun vereinigt ist"). Götternamen werden natürlich
wie immer vorangestellt. Nachfolgend einige Beispiele:
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1) 1. Schilfblatt (I); 2. Brettspiel (MN; "men");
3. Wasserlinie (N; Konsonanten-Wiederholung zu 2); 1.-3. Imen = Amun;
4. Henkelkrug (CHNM, "chenem"; "ch" wie in "ich");
5. Brotlaib (T); 6. Löwen-Vorderteil (HAT); 7. (Konsonanten-Wiederholung
zu 6) wie 5.; 8. Ideogramm für "vornehme Person" +
3 Pluralstriche (SCHPSI; Plural: SCHPSU, "schep(e)su");
9. Brotlaib (T; weibliches Endungs-T). (2) 1.-3. Imen = Amun, s. (1); 4. Brotlaib (T); 5.
Wachtelküken (U); 6. wie 4.; 7. Henkelkreuz (ANCH; "ch"
wie in "Buch"); 8. Hirtenstab (HKA; gutturales K, Q; "heka"
= Herrscher); 9. Pfeiler (JUN; Symbol für Heliopolis = JUNU);
10. blühende Binse (SCHMA, "schema"; Symbol für
Oberägypten). (3) 1.-3. Imen = Amun, s. (1); 4. Kanal (MR; Abk. für
MRI, "meri"); 5. Sonne, Sonnengott (RA); 6. drei zusammengebundene
Fuchsfelle (MS; "mes"); 7. gefaltetes Tuch (stimmloses S;
Konsonanten-Wiederholung zu 6); 8. Binse, Riedgras (SU; S: Konsonanten-Wiederholung
zu 6 bzw. 7).
(4) Kachel aus dem Palast Ramses´II. (19. Dyn.) bei Qantir
(4) 1. Sonnenscheibe (Ideogramm für den Sonnengott
RA oder RE); 2. Kopf + Hals eines Caniden (Schakals) (WSR; "weser",
"user" = "stark sein"); 3. Ideogramm für
die Göttin MAAT (mit Anch-Zeichen); "Maat" = Recht,
Gerechtigkeit, Ordnung; 1.-3.: User-Maat-Re (Name des Gottes in der
Kartusche vorangestellt) ist der Thronname. |