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Königsliste von Abydos (Tempel Sethos´I.)
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Hieroglyphen + Aussprache
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1) 1. Fahnenstange + Wimpel (NTJR, "netjer"; respektvollerweise
vorangestellt); 2. Wanderstab + 3 Pluralstriche (MD; Plural: MDU, "medu").
(2a) 1. Wanderstab (MD; abgekürzte Schreibweise für "medu");
2. Kobra (DJ; abgekürzte Schreibweise für "djed").
Hier findet eine "graphische Umstellung" statt (s. 2b): aus
ästhetischen Gründen wird die Reihenfolge der Hieroglyphen
geändert (s. "Gottheiten 1": Osiris, Epitheta). (2b) 1. Kobra (DJ); 2. Hand (D); 1.+2.: DJD, "djed"; 3. Wanderstab
+ 3 Pluralstriche (MDU, "medu"). (3) 1. Mund (R); 2. Tierfessel (TJ, "tsch"); zwischen der
1. und 2. Hieroglyphe fehlt diejenige für den Laut "M";
wahrscheinlich wird sie aus kalligraphischen Gründen weggelassen;
der Laut wird aber dennoch mitgesprochen; 3.+4. sitzender Mann und sitzende
Frau + 3 Pluralstriche (Det. für Leute, Menschen); 5. Wasserlinie
(N; "en"); 6. Krokodilhaut (KM; "kem"); 7. Eule
(M; Konsonanten-Wiederholung zu 6); 8. Brotlaib (T); 9. Determinativ
für Ort, bewohntes Land.
Schön gearbeitete und bemalte
Die alten Ägypter nennen ihre Schrift "MEDU NETJER", d.h. "Worte Gottes" (womit sie ihren Gott Thoth = Djehuti meinen, der ihnen die Wissenschaften und die Schrift gebracht hat). Die Hieroglyphe für "netjer" (Gott) wird aus Respekt vorangestellt. Ebenso wird der Name eines Gottes in Pharaonen- und sonstigen Namen an den Anfang gesetzt.
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Ein-, Zwei- und Dreikonsonantenzeichen:
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D (oder DJ) wie "dsch" ("dj"; "sch"
stimmhaft) Zur Aussprache einiger Zweikonsonantenzeichen (ZKZ): DD (oder DJD) wie "dsched" ("djed") Zur Aussprache einiger Dreikonsonantenzeichen (DKZ): NTR (oder NTJR) wie "netscher" ("netjer")
Sprachliches
(1) Die Schreibrichtung der Hieroglyphen variiert von Fall zu Fall: von links nach rechts; von oben nach unten; und (meistens) von rechts nach links. Die Blickrichtung z.B. der Tier-Hieroglyphen zeigt an, von welcher Seite der Text zu lesen ist: nämlich immer zur Frontseite der Zeichen hin. Die Hieroglyphen sind bekanntlich eine Konsonantenschrift; um sie lesen zu können, haben sich die Ägyptologen darauf geeinigt, den Vokal "e" einzufügen, falls nicht im Text ein anderer (Halb-)Vokal steht (wie i, y, u, a oder - in der Ptolemäerzeit - o). Anlautendes "I" wird auch als "A" ausgesprochen; z.B.: Imen = Amun (Amen) = grch. Ammon; In(e)pu = An(e)pu = grch. Anubis; Iten = Aton (Aten); Item = Atum. Die Hieroglyphe "Schilfblatt" (M 17) ist ein Halbvokal mit 2 Lautwerten: "I" + "A".
(2) Die Vokalisation ist z.T. recht willkürlich, wie aus folgenden
Beispielen ersichtlich:
(3) Ursprünglich gibt es im Altägyptischen den Laut "L" nicht; erst während der Ptolemäerzeit wird die Hieroglyphe "ruhender Löwe" (Lautwert "RU") als "L" gelesen; ähnlich verhält es sich mit dem Vokal "O" (s. die Namenskartuschen von Alexander d.Gr., Ptolemaios und Kleopatra).
Erläuterungen (Hieroglyphen): 1. Hügelabhang (gutturales K; Q); 2. ruhender Löwe
(RU; unter den Ptolemäern: L); 3. Schilfblatt (I); 4. Lasso (UA;
unter den Ptolemäern: O); 5. Hocker (P); 6. äg. Geier (A);
7. Hand (D); 8. Mund (R); 9. wie 6.; 10. Brotlaib (T).
(4) Hieroglyphen-Zeichen für den Laut "M":
Das Zeichen für den Laut "M" wird im AR und MR mit der Hieroglyphe "Eule" geschrieben (1), seit dem NR (18. Dynastie) mit dem Zeichen (2), dessen Deutung unbekannt ist (s. "Alexander d.Gr.", Ptolemaios; "Upuaut-Projekt", Sphinx). Es wäre m.E. möglich, daß sich (2) aus dem Zeichen (3) herleitet, dessen Deutung ebenfalls unbekannt ist, das aber auch als "Statuenbasis" bezeichnet wird (Lautwert: "MAA"; s. "Ka, Ba + Ach": Totenopfer). Hierbei wäre dann nur der Anfangslaut verwendet worden. Hat die Ägyptologie eine Erklärung?
Hieroglyphe "Eule"
(5) Schawabti / Uschebti Im MR werden die Uschebti, mumienförmige Statuetten, "erfunden", und zwar zu dem Zweck, daß diese anstelle der Verstorbenen im Jaru-Gefilde (Jenseits) die dort anfallenden Tätigkeiten auszuführen haben (gemäß Kap. 6 des Totenbuches; s. "Totentexte"). In Tutanchamuns Grab fand man 413 Uschebti-Figuren: 365 für jeden
Tag eines Jahres, dazu 12 "Aufseher" für jeden Monat
sowie 36 weitere für jede Monats-Dekade (Zeitraum von 10 Tagen).
Der Monat zu 30 Tagen wurde unterteilt in 3 Abschnitte ("Wochen")
zu 10 Tagen.
Erläuterungen (Hieroglyphen): "Schawabti": 1. Teich mit Lotosblumen (SCHA); 2. äg.
Geier (A; Konsonanten-Wiederholung zu 1); 3. Lasso (UA = WA); 4. Fuß
(B); 5. Brotlaib (T); 6. zwei Diagonal-Striche (langes I, Y); 6. stehende
Mumie (Determinativ für "Statue, Abbild, Figur"). "Uschebet": 1. Wachtelküken (W = U); 2. Gartenteich
(SCH); 3. zwei gekreuzte Stäbe (Determinativ für Dinge, die
sich kreuzen oder zusammentreffen, wie z.B. Frage und Antwort u. dergl.);
4. Fuß (B); 5. sitzende Frau (Determinativ für "weibliche
Person"); 6. Brotlaib (T); 5.+6.: graphische Umstellung aus ästhetischen
Gründen (s. "Gottheiten 1": Osiris, Epitheta). 1., 2.,
4.+6.: "uschbt".
(6) Formen in der ägyptischen Benennung: 1. rein ägyptische, mehr oder weniger willkürlich
vokalisierte (wie Nofretete)
Transkription
Bei der Transkription (Umschrift) ägyptischer Namen in lateinische Buchstaben gibt es hin und wieder einige Ungereimtheiten, wie folgende Beispiele zeigen sollen:
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1) 1. Kopf + Hals eines Caniden (WSR, "user"; U = W); 2.
gefaltetes Tuch (stimmloses S); 3. Mund (R); 2.+3.: Konsonanten-Wiederholungen
zu 1; 4. Brotlaib (T); 1.-4.: US(E)RET oder "Wosret" (eine
Göttin, daher am Anfang; Bedeutung des Namens: "die Mächtige");
5. Türriegel (stimmhaftes S); 6. Wasserlinie (N); 5.+6.: SN, "sen". (2) 1. Hocker (P); 2. Hase (WN; "un", "wen");
3. Wasserlinie (N; Konsonanten-Wiederholung zu 2.); 4. Brotlaib (T);
5. Land (Determinativ).
Abtransport von Myrrhenbäumen aus Punt (3) 1. Ente (SA); 2. Wasserlinie (N); 3. Schutzhütte (H); 4.
Brotlaib (T); 2.-4.: NHT, "nehet"; 5. Baum (Determinativ);
6. sitzender Mann (Determinativ für "Mann"; hier: für
"männlicher Name"). (4) 1. Henkelkrug (CHNM; "chenem"; "ch" wie in
"ich"); 2. Eule (M; Konsonanten-Wiederholung zu 1); 3. Wachtelküken
(W = U); 4. widderköpfiger Gott Chnum (Determinativ). Anm.: die
2. Hieroglyphe ("Eule") kann auch fehlen. (5) 1. gefaltetes Tuch (stimmloses S); 2. Herz + Luftröhre (NFR,
"nefer"); 3. Wachtelküken (W = U).
Eigennamen
Die Ägypter kennen 3 Arten von Namen: den "großen
Namen" ("ren-aa"), den "schönen Namen"
("ren-nefer") und den "Spitznamen" ("ren-nedjes"),
der sich auf die Persönlichkeit des Namensträgers bezieht.
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1) 1. Schilfblatt (I); 2. Brettspiel (MN; "men"); 3. Wasserlinie
(N; Konsonanten-Wiederholung zu 2); 1-3: Imen = Amun (Name des Gottes
vorangestellt); 4. Hacke (MR, "mer"); 5. Mund (R; Konsonanten-Wiederholung
zu 4); 6.+7. zweimal Schilfblatt (langes I, Y). (2) 1. versiegelter Ölkrug (BAS); 2.+3. zweimal Brotlaib (TT;
"tet"); 4. Ente (SA); 5. Brotlaib (T) ; SAT = Tochter (3) 1. gefaltetes Tuch (stimmloses S); 2. Wasserlinie (N); 3. Fuß
(B); 4. Schilfblatt (I). (4) 1. Ente (SA; "sa" = Sohn); 2. Mund (R); 3.+4. zweimal
Wasserlinie (NN; "nen"); 5. Wachtelküken (W = U); 6.+7.
zweimal Brotlaib (TT; "tet"). (5) 1. Hocker (P); 2. Brotlaib (T); 3. gedrehter Docht (emphat. H);
1.-3: Ptah (Name des Gottes vorangestellt); 4. Brot auf Matte (htp;
"hetep"); 5. Brotlaib (T); 6. Hocker (P); 5.+6.: Konsonanten-Wiederholungen
zu 4. (6) 1.-3. s. (1), Imen = Amun; 4. Eule (M; "em"); 5. Löwen-Vorderteil
(HAT) ; 6. Brotlaib (T; Konsonanten-Wiederholung zu 5). (7) 1.-3. s. (1); Imen = Amun; 4.+5. zweimal Schilfblatt (langes I,
Y). (8) 1. Gartenteich (SCH); 2. Mund (R); 3. Schilfblatt (I); 4. Sperling
(Determinativ für "klein"); 1.-3.: "schri". [Anm.: die Determinative "sitzender Mann" + "sitzende
Frau" für männliche + weibliche Namen sind weggelassen]
Ägyptische Abkürzungen
(1) Berg ("dju"): Abkürzung für Abdju
(grch. Abydos). (3) Wasserlinie ("n"): Abk. für Junet (grch.
Tentyris; heute: Dendera). (4) 1. Pfeiler mit Zapfen ("jun"); 2. Wasserlinie
("n"); Abk. für Juni = Junu-Mentju (grch. Hermonthis;
heute: Armant). (5) Prädynast. Gebäude: Ideogramm und Abkürzung
für Nechen (grch. Hierakonpolis; heute: Kom el-Ahmar). (6) Offenes Zelt (oder Baldachin) mit stützendem
Pfahl: Ideogramm und Abkürzung für Tjeni (grch. This oder
Thinis). Zur Abkürzung für "Leben, Heil, Gesundheit" s. "Tameri": Grußformel Zur Abkürzung für "djed medu" s.o. Zur Abkürzung für "hetep-di-nesu" s. "Ka, Ba + Ach": Totenopfer
Literatur
Bonnet, Hans: "Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte" (Nikol, 3. Aufl. 2000) Champdor, Albert: "Das Ägyptische Totenbuch" (Knaur, 1980) Clauss, Manfred: "Das Alte Ägypten" (Fest, 2001) Collier, Mark/Bill Manley: "Hieroglyphen - entziffern, lesen, verstehen" (Knaur, 2001) Forman, Werner/Stephen Quirke: "Die Macht der Hieroglyphen" (Kohlhammer, 1996) Gardiner, Sir Alan: "Egyptian Grammar" (Oxford University Press, 3rd revised edition 1973; first published 1927) Hannig, Rainer: 3 Hannig-Lexika: 1. Ägyptisch-Deutsch; 2. Wortschatz der Pharaonen (Petra Vomberg); 3. Deutsch-Ägyptisch (v. Zabern, 1999-2001) Hart, George: "A Dictionary of Egyptian Gods and Goddesses" (Routledge, 1986) Hornung, Erik: "Tal der Könige" (Artemis, 1985) ders.: "Geist der Pharaonenzeit" (dtv, 1992) ders.: "Die Unterweltsbücher der Ägypter" (Patmos, 2002) Jacq, Christian: "Die Welt der Hieroglyphen" (Rowohlt, 2000) Klitzke, Axel: "Pyramiden: Wissensträger aus Stein" (Govinda, 2006) ders.: "Die kosmische 6" (Argo, 2002) ders.: "Die Ordnung der Schöpfung" (Argo, 2011) Kolpaktchy, Gregoire: "Das Ägyptische Totenbuch" (Scherz, 1998) Lurker, Manfred: "Lexikon der Götter und Symbole der alten Ägypter" (Scherz, 1998) Rachet, Guy: "Lexikon des alten Ägypten" (Primus, 1999) Reclams Lexikon des alten Ägypten (1998) Schlott, Adelheid: "Schrift und Schreiber im Alten Ägypten" (Beck, 1989) Schneider, Thomas: "Lexikon der Pharaonen" (Patmos/Albatros, 2002) Wilkinson, Richard H.: "Die Welt der Götter im alten Ägypten" (Konrad Theiss, 2003) ders.: "Die Welt der Tempel im alten Ägypten" (WBG, 2005) Wilson, Hilary: "Hieroglyphen lesen" (dtv, 2000) Zauzich, Karl-Th.: "Hieroglyphen ohne Geheimnis" (v. Zabern,
2000)
Sehr empfehlenswert ist der Roman über die Entzifferung der Hieroglyphen durch Jean François Champollion von Michael Klonovsky: "Der Ramses-Code" (Rütten + Loening, 2001) Wer sich für die Heilige Geometrie, die Maßsysteme und die
Geheimnisse in der sog. Cheops-Pyramide interessiert, sollte unbedingt
das Buch von Axel Klitzke (s.o. Literaturliste) zur Hand nehmen! Eine
Fülle von Erkenntnissen findet sich dort! Ein weiteres Thema ist
die Rote Pyramide von Dahschur und die Mondpyramide von Teotihuacán
(Mexico).
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