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"Seelenvogel" (Papyrus des
Ani)
Wesensbestandteile des Menschen
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1) Ein Paar erhobener Arme (KA) (2) Seelenvogel mit Weihrauchgefäß
(Vogel mit Menschenkopf als Darstellung der Seele) (3) Schopf-Ibis (Darstellung der göttlichen
Kraft) (4) CHNUM (widderköpfig)
Gemäß ägyptischen Glaubensvorstellungen formt der Schöpfergott CHNUM einen Menschen auf der Töpferscheibe und versieht ihn mit Lebenskraft (Ka), Seele (Ba) sowie Geist oder göttlicher Kraft (Ach). Chnum wird in widderköpfiger Menschengestalt dargestellt (s. "Neunheit" [E]). Sein Beiname ist "belebender Bildner". Die "Ka"-Lebenskraft - da mit dem Körper verbunden - benötigt ebenso wie dieser Nahrung zur Erhaltung. Der "Ka" ist eine Art Doppelgänger des Menschen, der auch nach dessen Tod weiterlebt. Die "Ba"-Seele in Gestalt des Seelenvogels kann sich aus dem Grab entfernen und sich wieder dorthin zurückbegeben. Der Ba wird seit dem Ende des AR zum Inbegriff der unvergänglichen Kräfte. Der "Ach"-Geist (göttliche Kraft) wird als unveränderlich und ewig betrachtet. Der Ach ist die Form, in der sich die verklärten Toten in der Unterwelt aufhalten. Ba und Ach können auch in der Gestalt des Verstorbenen auftreten. Dem Verstorbenen wird häufig eine Statue seiner selbst mit ins Grab gegeben als Ersatzkörper. Falls seine Mumie später einmal beschädigt oder gar zerstört werden sollte, dient diese Statue dann als Wohnsitz des Ka. Von besonderer Bedeutung für den Menschen ist sein Name! Auch der Name kann, wie die Statue, als Ersatzkörper fungieren. Es ist also für den Verstorbenen äußerst wichtig, daß in seiner Grabkammer Abbildungen der 3 (auch in der Jenseitswelt erforderlichen) Kräfte - Ka, Ba, Ach - vorhanden sind sowie auch (reale oder bildliche) Opfergaben für den Ka. Ebenso wichtig ist die (mehrmalige) Nennung seines Namens in den Wandmalereien; denn in seinem Namen lebt der Verstorbene ewig weiter! Ka, Ba und Ach sind die 3 mit der geistigen (spirituellen) Welt verbundenen Wesensbestandteile des Menschen, während der Leib, der Name und der Schatten die 3 mit der materiellen Welt verbundenen sind.
Erläuterungen (Hieroglyphen): Leib: 1. Bauch eines Tieres mit Zitzen und Schwanz + Determinativ-Strich, d.h. die Hieroglyphe bedeutet das, was sie darstellt (CHT, "chet": "ch" wie in "ich"; "chet" = Bauch, Körper, Leib); 2. Brotlaib (T; Konsonanten-Wiederholung zu 1). Zu lesen: CHET Name: 1. Mund (R); 2. Wasserlinie (N; "en"); 3. sitzender Mann (Determinativ: hier für "[mein persönlicher] Name"). 1.+2.: RN, "ren". Zu lesen: REN Schatten: 1. Gartenteich (SCH); 2. Wachtelküken (W = U); 3. Brotlaib (T); 4. Sonnenschirm (Ideogramm für Schatten, Schutz). Zu lesen: SCHUT
Der Leib (äg. "chet"; "ch" wie in "ich") ist der materielle Wesensbestandteil des Menschen und muß für das Überleben und Weiterleben in der Unterwelt so gut wie nur möglich konserviert (mumifiziert) werden, damit er weiterhin als "Wohnsitz" für Ka und Ba dienen kann. Der Name (äg. "ren") gilt
ebenfalls als Wesensbestandteil des Menschen und muß ihm schon
bei der Geburt gegeben werden (weil befürchtet wird, daß
der neue Erdenbürger sonst "nicht richtig" ins Leben
treten könne). Er ist für das Überleben unentbehrlich,
da der Verstorbene in seinem Namen weiterlebt (s.o.). Der Schatten (äg. "schut"),
ein weiterer Wesensbestandteil des Menschen, ist auch für das Überleben
wichtig, um den Menschen vor Übel zu schützen. Die Hieroglyphe
"schut" bedeutet sowohl "Schatten" als auch "Schutz"
(z.B. wird der Pharao unter dem Schutz eines Palmwedels, also im Schatten,
dargestellt).
Totengericht
Auf dem Weg in die Unterwelt passiert
der Verstorbene die "Halle der beiden Gerechtigkeiten" ("der
beiden Maat"; d.h. der vollständigen Maat des Diesseits und
des Jenseits); dort tagt das Gericht des Osiris
mit den 42 Richter-Gottheiten, vor denen der Verstorbene die "negative
Konfession" (das "negative Schuldbekenntnis", das aus
42 Vergehen besteht) ablegt. Darauf führt Anubis den Toten zur
Waage der Gerechtigkeit, wo dessen Herz gegen die Feder der Maat aufgewogen
wird; Thot notiert das Ergebnis. Wenn der Tote die Wahrheit gesagt hat,
bleibt sein Herz, das nicht lügt, im Gleichgewicht mit der Feder;
er ist dann "gerechtfertigt" ("wahr an Stimme")
und wird von Osiris in die "Jaru-Gefilde" (das ägyptische
"Paradies") geleitet.
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1) 1. Sichel mit Statuenbasis (MAA;
"maa" = wahr); 2. Arm (A; Konsonanten-Wiederholung zu 1);
3. Plazenta? (CH; wie in "Buch"); 4. Mund (R); 5. Ruder (CHRU;
"cheru" = Stimme; "ch" wie in "Buch";
CHR: Konsonanten-Wiederholungen zu 3+4); 6. Wachtelküken (U; Konsonanten-Wiederholung
zu 5); 7. sitzender Mann mit Hand am Mund (Determinativ für "denken,
fühlen"). (2) etwas verkürzt (ohne "Wachtelküken"), sonst wie (1) (3) nochmals verkürzt; 1. Hieroglyphe: Sichel (MA); 2. Statuenbasis (MAA); 3.+4. s. (1) (4) weiter verkürzt (ohne "Sichel"), sonst wie (3) (5) noch weiter verkürzt (ohne "Arm"; "Ruder" aus ästhetischen Gründen horizontal unter der oberen horizontalen Hieroglyphe). Ob "übermäßig"
(pleonastisch) ausgeschrieben oder verkürzt (in verschieden stark
gekürzten Ausführungen): die alten Ägypter, sofern schreib-
und lesekundig, können immer "maa-cheru" daraus herauslesen.
So flexibel ist die ägyptische Orthographie!
Totenopfer
Normalerweise hat der (älteste)
Sohn die Pflicht, für die Eltern den Opferdienst zu verrichten,
d.h. den Ahnenkult aufrechtzuerhalten und für die Nahrung der Toten
zu sorgen. In den Opferformeln werden die Opfergaben immer als vom König kommend bezeichnet ("ein Opfer, das der König gibt"). Eine häufige Opferformel lautet (gekürzt): "Ein Opfer, das der König dem Osiris gibt (...), ein Totenopfer von Brot und Bier, Fleisch und Geflügel, Alabaster und Kleidern, allen guten und reinen Dingen, von denen ein Gott lebt, dem Geist des NN (Name des Toten), dem Gerechtfertigten." Das Opfer an Osiris ist ein Geschenk des Königs, das durch die Stimme erschaffen wurde, für den Geist des Toten. Totenopfer = ägypt. peret-cheru (wörtlich: "Hinausgehen der Stimme")
Erläuterungen (Hieroglyphen): (1a) s. (1b) (2) 1. Haus (PR), hier: das Hinausgehen
(PRT; "peret"); 2. Ruder (CHRU; "cheru" = Stimme;
"ch" wie in "Buch"); 3. Brot (Determinativ); 4.
Bierkrug (Determinativ für Bier). "Brot und Bier" ist
ein feststehender Begriff und kann sich auch auf andere Nahrungsmittel
beziehen.
Totentexte
(1) Pyramidentexte:
Die Pyramidentexte sind die ältesten
Totentexte; sie befinden sich auf den Wänden der Grabkammern der
Pyramiden des AR (z.B. in der Pyramide des Unas, 5. Dyn.). Diese Textsammlung
besteht aus ca. 800 Sprüchen. Es gibt mehrere Gruppen von Sprüchen;
u.a. beziehen sich einige auf den Sonnenkult (wahrscheinlich von den
Priestern von Heliopolis verfaßt); andere sind eine Art "Zauber-Sprüche",
die den Verstorbenen vor Schaden bewahren sollen; eine weitere befaßt
sich mit den verschiedenen Bestattungsritualen für den (auferstandenen)
Pharao, der zum Osiris wird. In diesen Texten ist das Mundöffnungs- und Opferritual aufgezeichnet.
Mundöffnungszeremonie (Vignette
zu Kap. 23 des Totenbuches) (2) Sargtexte:
Die Sargtexte (eine Sammlung von über
1000 Sprüchen) leiten sich z.T. von den Pyramidentexten her; sie
sind besonders im MR gebräuchlich. Mit dem Zusammenbruch des AR
tritt eine "Demokratisierung" der Jenseitsvorstellungen ein,
d.h. "das Jenseits steht jetzt für jedermann offen"! Die Texte, eine Art "Jenseitsführer", sind hauptsächlich auf Särgen und Sarkophagen in Privatgräbern zu finden; sie sollen das Überleben im Jenseits garantieren.
Sarg des Generals Sepa (Deir el-Berscheh,
12. Dyn.) General Sepa (Sepi) ist Oberbefehlshaber
des Heeres des 15. oä. Gaues ("Hasengau"). Die Abbildung
zeigt den rechteckigen äußeren Sarg des Sepa aus Deir el-Berscheh
(Friedhof von Chemenu = Hermopolis; s. auch "Neunheit": B.
Achtheit). Außer den Totentexten befinden sich auf dem Sarg in
Augenhöhe des Verstorbenen die magischen Augen; auf der hübschen
Abbildung in der Mitte ist der Verstorbene mit seinem Hund an der Leine
zu sehen.
"Hund an der Leine" (vergrößerter
Ausschnitt aus (3) Totenbuch:
Die Sprüche des sog. Totenbuches
(wörtlich: "Sprüche vom Herausgehen am Tage") befassen
sich z.B. mit dem Totengericht, dem Leben im Jaru-Gefilde und dem "negativen
Sündenbekenntnis" (s.o., "Totengericht"). Das Totenbuch,
in dem viele Sprüche aus den Sargtexten enthalten sind, wird besonders
im NR geschätzt. Die ersten Sprüche dieser Textsammlung haben
meist die Bestattungsriten und das Mundöffnungsritual zum Inhalt. Das Totenbuch besteht aus 190 Sprüchen
od. "Kapiteln", von denen etwa die Hälfte aus den Pyramiden-
bzw. Sargtexten übernommen worden ist. Die Texte, mit hübschen Illustrationen
(sog. Vignetten) versehen, werden auf Papyri geschrieben und dem Verstorbenen
mit ins Grab gegeben - in den Sarg oder Sarkophag, zwischen die Mumienbinden
oder in besondere Kästchen.
Die Ba-Seele ("Seelen-Vogel")
verläßt den Körper In Kap. 42 des Totenbuches sind u.a. die Götter aufgelistet, die für die einzelnen Körperteile als Schutzgötter ("Körpergötter") zuständig sind (Quelle: "Ägyptisches Totenbuch" von G. Kolpaktchy): "Wohlan! Schaue!
Wägung des Herzens (Papyrus des
Hunefer) In obiger Szene ist das Totengericht dargestellt: das Herz des Verstorbenen (linke Waagschale) wird gegen die Feder der Maat (rechts) aufgewogen; Anubis prüft das Ergebnis der Wägung und Thot notiert es. Wenn das Herz schwerer wiegen würde als die Feder der Maat, würde es von der Unterwelt-Dämonin Ammit (einem Mischwesen aus Löwentorso, Nilpferdhinterteil und Krokodilskopf) gefressen werden. Der Verstorbene erlitte damit den sog. "Zweiten Tod" und wäre dadurch endgültig vernichtet. Gesamtbild der Wägung des Herzens (Papyrus des Hunefer) (Quelle: "Tour Egypt")
(4) Zweiwegebuch:
Dieses "Buch" wird im MR -
ab dem Ende der 11. Dynastie - verwendet. Es ist eine Sammlung von Formeln,
die den Verstorbenen auf seiner Jenseits-Reise begleiten und unterstützen
sollen (ebenfalls eine Art "Jenseitsführer"). Am Beginn seiner Reise steht der Verstorbene vor einem Feuersee: er kann sich hier für den Wasser- oder Landweg nach Ra-Setjau (Ro-Setau; s. "Gottheiten 1", Sokar) entscheiden, den Eingang zur Welt des Osiris. Das "Zweiwegebuch" enthält die meisten Informationen über die Unterwelt. Es ist fast nur auf Särgen aus Deir el-Berscheh, einer Nekropole von Hermopolis, überliefert (um 2000), wo sich die Gräber führender Familien des Gaues von Hermopolis befinden.
Sarg des Arztes Gua (Deir el-Berscheh,
12. Dyn.) Gua ist einer der Leibärzte des Gaufürsten Djehutihotep (Fürst des 15. oä. Gaues; ca. 1870-1830; 12. Dyn.). Obige Abbildung zeigt das Innere des äußeren Sarges des Gua mit Zeichnungen (Zweiwege-Karte) und Texten. Wegen der Karten und sonstiger Darstellungen bezüglich der Unterwelt kam es zu der modernen Bezeichnung "Zweiwegebuch" für diese Art von Sargtexten. Der Sarg stammt aus Deir el-Berscheh, der Nekropole von Chemenu (grch. Hermopolis), der Stadt des Gottes der Weisheit Thot (Djehuti).
Auf den Wegen der Unterwelt, wie in diesem Buch beschrieben, wandeln nicht nur der Verstorbene und der Sonnengott, sondern auch der Mond als der Gott Thot (sicherlich im Zusammenhang mit seiner Funktion als Stadtgott von Hermopolis; s. auch "Neunheit von Heliopolis" [B] + "Gottheiten 2").
(5) Amduat:
Das Amduat (äg. "imi-duat";
wörtlich: "das, was in der Duat = Unterwelt ist") ist
quasi die Fortsetzung des Zweiwegebuches und seit dem NR gebräuchlich.
Der Originaltitel lautet: "Schrift des Verborgenen Raumes". Das Amduat beschreibt die "Topographie
der Unterwelt", die ein Abbild der Welt der Lebenden darstellt
mit Flüssen, Regionen und Städten, bewohnt von Göttern,
Dämonen und den Seelen der Toten. In der Vorhalle (Vestibül)
des Grabes Thutmosis´III. im Tal der Könige befindet sich
eine Liste der 741 Götter der Duat (Unterwelt). Das Thema des Buches ist die 12-stündige
Nachtfahrt des Sonnengottes Ra (Re) durch die Unterwelt, die in 12 Abschnitte
geteilt ist, deren jeder einer Stunde entspricht.
Die 4. Stunde des Amduat (Grab Thutmosis´III.) In der 4. Nachtstunde wird der Wasserweg der Sonnenbarke durch einen im Zickzack verlaufenden Sandweg, der durch Pforten versperrt ist, unterbrochen.
Der erste Beleg des "Amduat" findet sich im Felsengrab Thutmosis´I. (18. Dyn.), Vater der Hatschepsut. In der 21. Dynastie (ab 1000) wird das "Amduat" auch in Privatgräbern, auf Totenpapyri und auf bemalten Särgen von Amunpriestern in Theben verwendet.
(6) Weitere Unterwelts- und Himmelsbücher:
"Höhlenbuch" (Sonne als Scheibe dargestellt; ausführlichste Beschreibung der Unterwelt, die aus zahlreichen "Höhlen" oder "Grüften" besteht; Schilderung der Strafen für die Verdammten). Das "Höhlenbuch" ist seit Merenptah (19. Dyn.; um 1200) belegt.
Schlußbild
des Höhlenbuches (Grab der Tausret) Im Schlußbild des Höhlenbuches wird der nächtliche Lauf der Sonne zusammengefaßt: er führt durch Dunkelheit und Gewässer (schwarze und blaue Zonen auf den Dreiecken). Die Aspekte der Sonne (des Sonnengottes) werden durch das widderköpfige geflügelte Wesen wiedergegeben.
"Pfortenbuch" (Sonne als Barke dargestellt; die einzelnen Bereiche der Unterwelt werden durch Türen oder "Pforten" voneinander abgegrenzt; der Name "Pfortenbuch" stammt von dem frz. Ägyptologen G. Maspero). Das "Pfortenbuch" ist kurz nach 1400 entstanden (Besonderheit: Schlußbild mit Sonnenlauf). Die älteste erhaltene Fassung stammt aus der Sargkammer des Haremhab (18. Dyn.; um 1300). Ein vollständiges Exemplar findet sich auf dem Alabaster-Sarkophag Sethos´I. (19. Dyn.). Im "Pfortenbuch" ist die berühmte Darstellung der 4 Menschenrassen (Ägypter, Asiaten, Nubier und Libyer) im Jenseits zu finden.
Pfortenbuch: 12 Nachtstunden (Grab
Ramses´IV.) Die 12 Göttinnen "auf ihrem See" verkörpern die 12 Nachtstunden; zwischen ihnen die endlos gewundene "Schlange der Zeit", die die einzelnen Stunden "gebiert" und dann wieder "vernichtet".
"Buch von der Erde",
auch "Aker-Buch" genannt (Sonne als Scheibe dargestellt; Beschaffenheit
der Unterwelt). Dieses "Buch" ist in königlichen Sargkammern
der späten 20. Dynastie zu finden. "Buch von der Nacht"
(die nächtliche Sonnenfahrt wird in den Leib der Himmelsgöttin
Nut verlegt) "Buch vom Tage" (beschreibt
die Reise der falkenköpfigen Tagessonne über den Himmel) "Buch von der Himmelskuh"
(der Himmel wird im Bild einer Kuh gesehen, an deren Bauch die Barken
entlangsegeln); etwa gleichzeitig mit dem "Pfortenbuch" entstanden. "Buch der Anbetung des Re
im Westen" (sog. Sonnenlitanei; zählt die 75 verschiedenen
Gestalten des Sonnengottes in der Unterwelt auf). Dieses Buch ist seit
Thutmosis III. (18. Dyn.) in Königsgräbern belegt. "Buch vom Durchwandeln der
Ewigkeit" (aus der Spätzeit) "Buch vom Atmen" (aus
der Spätzeit); eine Sammlung von Sprüchen ähnlich denen
des Totenbuches. Der Vorspann lautet: "Beginn des Buches vom Atmen,
das Isis für ihren Bruder Osiris machte, um seine Seele zu beleben,
um seinen Körper zu beleben, um alle seine Teile von Neuem zu verjüngen
..." "2. Buch vom Atmen"; weitere Sammlung von Sprüchen. Ägyptologen betiteln es mit "Daß mein Name fortdauere" (weil das der Hauptaspekt dieses Buches ist). In diesen Zusammenhang gehört m.E. auch das "Senet", ein Brettspiel, bei dem der Jenseitsweg des Verstorbenen nachvollzogen wird. Hierbei müssen viele Hindernisse und Gefahren überwunden werden. Das Motiv des "Senet" Spielens erscheint häufig in Grabmalereien (s. "Grab des Sennedjem"), um den unterweltlichen Weg des Verstorbenen symbolisch anzudeuten. Auf einem der Goldschreine des Tutanchamun befindet sich ein kryptographisch (in verfremdeten Hieroglyphen) geschriebener Text; dieses "Buch" ist ungefähr gleichzeitig mit dem "Pfortenbuch" und dem "Buch von der Himmelskuh" (s.o.) entstanden. Das "Buch von der Himmelskuh" ist seit Tutanchamun (in seinem Grab) bezeugt. Eine der frühesten symbolischen Darstellungen des täglichen Sonnenlaufes ist das rätselhafte Unterweltsbuch Tutanchamuns auf einem seiner vergoldeten Schreine, das in Abhängigkeit von Amarna (Achet-Aton) steht und bisher ohne Parallele ist.
(7) Totenbuch-Papyri: Papyrus des kgl. Beamten Maiherperi
(18. Dyn., ca. 1450)
Osiris sitzt unter einem Baldachin
zu Gericht; Isis und Nephthys
Osiris mit seinen Herrschaftssymbolen;
hinter ihm seine Schwester-Gemahlin Isis,
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