Sennedjems Sarkophag

 

 

Sennedjem

 
 

 

Der Handwerker und Nekropolenarbeiter Sennedjem ist bekannt durch sein gut erhaltenes Grab in Theben. Er gehört zu den "Künstlern", die die Grabstätten der Pharaonen Sethos I. und Ramses II. (19. Dyn.) schmücken. Sennedjem und die anderen Arbeiter leben in der Handwerker-Siedlung Deir el-Medineh; sie erbauen ihre eigenen Gräber am Berghang im Westen der Siedlung.

Hieroglyphen: 1. Pfeilkopf (SN, "sen" = Bruder); 2. Wasserlinie (N; Konsonanten-Wiederholung zu 1); 3. süße Bohne (NDJM, "nedjem", "nedschem" = süß, angenehm); 4. unbekannt (M; Konsonanten-Wiederholung zu 3; zum "M"-Laut s. auch "Hieroglyphen"); 5. versiegelte Papyrusrolle (Determinativ für "abstrakte Begriffe"); 6. sitzender Mann (Determinativ für "Mann"; hier: für "männlicher Name"). Zu lesen: SEN-NEDJEM

 

Sennedjems Grab datiert aus der Zeit um 1280 (19. Dyn.). Es wird 1886 von Fellachen aus dem Dorf Kurna (Qurna) entdeckt. Der Direktor des Ägyptischen Antikendienstes, Gaston Maspero, beauftragt den spanischen Konsul in Ägypten, Eduardo Toda (durch die Freundschaft mit Maspero sehr interessiert an der Ägyptologie), mit der Freilegung des Grabes, das in völlig intaktem Zustand vorgefunden wird. Vom Oberbau (einem ummauerten Hof mit Eingangspylon) ist nichts mehr vorhanden. Gegenüber dem Pylon lag eine von einer kleinen Pyramide bekrönte Kapelle. Mittels eines senkrechten Schachtes gelangt man in die unterirdische Grabkammer. Heute weist eine (nachgebaute) Eingangspyramide den Weg in die Grabanlage.

Die Grabanlage enthielt nicht nur Sennedjems Mumie, sondern auch diejenigen von 19 weiteren Familienmitgliedern. Diese wurden in der Sargkammer beigesetzt, 9 davon in Särgen. Als Beigaben enthielt das Grab Uschebtis (Schawabtis), Werkzeug, bemalte Tonware, Möbel sowie Blumen, Brot und Früchte.

Die Grabkammer war von einer einflügeligen Holztür (heute im Ägypt. Museum Kairo) verschlossen. Die Tür trug noch das Siegel, das nach der Bestattung des letzten Familienmitglieds angebracht worden war.
Diese Holztür ist ebenfalls bemalt, wie z.B. mit der Szene, in der Sennedjem und seine Frau mit dem "Senet"-Brettspiel beschäftigt sind, das einen symbolischen Bezug zur Unterwelt hat.

Osiris mit seinen Herrschafts-Insignien

In seinen Grabinschriften wird Sennedjem als "Diener am Ort der Wahrheit" bezeichnet; die Nekropole ist der "Ort der Wahrheit", wo auch Osiris´ Totengericht tagt (s. auch "Gottheiten 1": Osiris). Häufig ist er mit seiner Frau Iineferti abgebildet, so z.B. in den Jaru-Gefilden (auch Binsen-Gefilde genannt; das ägyptische "Paradies") bei der Felderbestellung. Die Grabkammer ist nach den 4 Himmelsgegenden ausgerichtet.

 

Wandmalereien

 

Grabraum mit Blick auf die Ostwand (Jaru-Gefilde;
oben: 2 Paviane beten den Sonnengott an)

 

Pflügen und Säen im Jaru-Gefilde

 

Anbetung der Unterweltsgötter (Osiris führt die obere Reihe an,
Re-Harachte die untere; die anderen Götter sind anonym)
(Westwand; oben: Ewigkeitssymbole zwischen 2 Anubis-Schakalen)

 

Die Göttin Nut als Lebensbaum: Versorgung mit Speise
und Trank im Jenseits (Decke über der Nordwand)

 

Auf der Barke des Sonnengottes: der "Benu"-Vogel mit Atef-Krone,
Re-Harachte und 5 weitere Götter (Deckengemälde)

 

Anubis versorgt die Mumie (Nordwand)

 

Erscheinungsformen des Sonnengottes

 

Sennedjem mit Sechem-Zepter, umarmt von seiner Frau Iineferti

 

Sennedjem und seine Frau spielen "Senet", das Spiel des "Durchschreitens"
(das Senet-Brettspiel ist ein Symbol für die Reise durch die Unterwelt)

 

Mumie des Sennedjem im Sarkophag, beschützt von Isis (links)
und Nephthys (rechts), beide in Gestalt einer Gabelweihe (oben);
Söhne und Verwandte des Verstorbenen mit Opfergaben (unten)

 

Sennedjem und seine Verwandten im Anbetungsgestus
vor Osiris und Maat (oben) sowie vor Ptah-Sokar-Osiris und Isis (unten)

 

Anubis führt Sennedjem zu Osiris (s. Abb. ganz oben)
(Quelle: http://alain.guilleux.free.fr/deir_el_medineh/deir_el_medineh_tombe_sennedjem.html)

(Quelle der Bilder: http://www.boennigheim.de/museen/Sonderausstellung/grabdessennedjem.html u.a. wie "Tour Egypt": http://www.touregypt.net; Sitemap)

 

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