Amulette

 

 

Das UDJAT-Auge ist das von Thot geheilte, wiederhergestellte Auge des Horus ("Mondauge").
Die einzelnen Teile des Udjat-Auges dienen als Bruchteile des Hohlmaßes "hekat" (1 Hekat = 4,8 Liter). Die Summe der Bruchzahlen ergibt 63/64; 1/64 hat Thot angeblich verschwinden lassen.
Das Udjat-Auge ist ein beliebtes Symbol; als Amulett dient es als Schutz gegen den "bösen Blick". Im Neuen Reich werden Särge damit dekoriert ("magische Augen").

Udjat-Auge (Horusauge) als Schmuckanhänger (flankiert von
der oä. Geiergöttin Nechbet und der uä. Kobragöttin Wadjet)
(Ägyptisches Museum Kairo)

Der DJED-Pfeiler ist ein Symbol für "Dauer". Ursprünglich soll es sich beim "Djed" um einen Pfahl gehandelt haben, um den kreisförmig Getreideähren in Stufen gebunden wurden.
Das Ritual der "Aufrichtung des Djed-Pfeilers" in Memphis wird vom Pharao selbst mit Hilfe von Priestern zelebriert als symbolische Handlung für die erhoffte lange Dauer seiner Herrschaft.
Im Neuen Reich wird der Djed-Pfeiler zur "Wirbelsäule des Osiris" umgedeutet.

Geflügelter Djed-Pfeiler
(Quelle: "Tour Egypt")

Dieses Relief aus dem Tempel Ramses´II. in Abydos zeigt den Pharao beim Opfer vor Osiris, der von einem personifizierten geflügelten Djed-Pfeiler "beschützt" wird.

Der SCHEN-Ring ist die Hieroglyphe für "Ewigkeit". Bei Pektoralen (Hals- bzw. Brustkragen) hat der Horus-Falke häufig dieses Symbol in seinen Fängen.
Die Königskartusche in der ovalen Form leitet sich vom Schen-Ring (Umrahmung in Kreisform) ab.

Tutanchamuns Falken-Pektoral (Äg. Museum Kairo)
(Horus-Falke mit Sonnenscheibe auf dem Kopf
und Schen-Ringen in den Fängen)

Das TIT-Zeichen (TET, TYET), auch "Isis-Blut" oder "Isis-Knoten" genannt, hat Ähnlichkeit mit dem Hieroglyphen-Zeichen "anch" (Leben) - das auch als "Lebensschleife" oder "Henkelkreuz" bezeichnet wird - mit dem Unterschied, daß beim Isisknoten die Seitenarme heruntergeklappt sind.
Häufig findet man dieses Zeichen - zusammen mit dem Djed-Pfeiler - als symbolhafte Dekoration an Tempelwänden, auf Särgen und in Gräbern.
Das Tit-Amulett wird den Verstorbenen mit ins Grab gegeben; es sollte gemäß Kap. 156 des Totenbuches aus rotem Jaspis hergestellt sein als Symbol für das "Blut der Isis".

Nefertem mit dem "Isisblut"-Amulett (Tit)
(Grab des Haremhab)

Die SA-Schleife - die Hieroglyphe stellt ein aufgerolltes Schutzdach aus Papyrus dar mit der Bedeutung "Schutz" - ist dementsprechend ein Schutzsymbol.
Dieses Symbol ist ein Attribut des Gottes Bes (s. "Gottheiten 3" [18]). Dieser - mißgestaltet und fratzengesichtig - fungiert als gutmütiger Schutzgeist, der das Böse abwehren soll. Auch die Göttin Taweret (s. "Gottheiten 3" [15]) führt dieses Schutzsymbol.

Sa-Schleife (über dem Anch-Zeichen)
(Grab der Nefertari) (Quelle:
"OsirisNet")

 
 


 

Zepter und andere Machtsymbole

 
 

 

 

(1) Das WAS-Zepter (UAS-Zepter) ist ein Symbol für Heil und Glück, Macht und Herrscherwürde. Es ist unten gegabelt und endet oben in einem stilisierten Caniden-Kopf (Hund oder Schakal). Dieses Zepter ist das Zeichen des Gaues Theben (= ägypt. Waset = Stadt des Was-Zepters).
Eine Nebenform des WAS-Zepters stellt das DJAM-Zepter dar; hierbei ist der sonst gerade Stab leicht gewellt.

(2) Papyrus-Stengel: Die Göttin Wadjet (Uadjet, Wadjit, Uto, Edjo), auch "die Grüne" genannt, hat einen Papyrusstab als Zepter (Papyrus-Zepter), das Symbol für "Grünen" und "Gedeihen" (ägypt. wadj = jung, grün).

(3) Das HEKA-Zepter ist ein Krummstab (ehemals Hirtenstab?). Krummstab und Flagellum (Geißel, Peitsche) sind die Symbole des prädynastischen Gottes Anedjti (Anezti) von Busiris (äg. Djedu), bevor sie zu Symbolen des Osiris werden. Anedjti = "der Schützer" (s. "Gottheiten 2")

(4) Das Flagellum (Wedel, Geißel, Peitsche) ist ein Stab mit 2-3 herabhängenden Perlenschnüren (ehemals Hirtenpeitsche?). Dieser Wedel (ägypt. nechacha) ist ein Emblem sowohl des Osiris (s. "Gottheiten 1") als auch des Fruchtbarkeitsgottes Min (s. "Gottheiten 3" [6]).

(5) Das SECHEM-Zepter ist sowohl Herrscherstab als auch göttliches Machtsymbol (Osiris und Anubis). Im oberen Teil ist häufig ein Augenpaar eingezeichnet. In Titeln ist dieses Sechem-Zeichen als "cherep" (n. Gardiner) zu lesen ("ch" in beiden Fällen wie in "Buch"). Eine weitere Bezeichnung: Aba-Zepter (s. "Neunheit", Abydos).

(6) Die "Symbol-Triade" besteht aus den 3 Zeichen Was-Zepter, Djed-Pfeiler und Anch (Lebensschleife, Henkelkreuz), die auf der "Korb"-Hieroglyphe ("neb") stehen. Diese Symbol-Zeichen befinden sich als Relief (in fortlaufender Folge) an einer Wand des Terrassentempels der Hatschepsut in Deir el-Bahari (Theben-West).

"Symbol-Triade" (Quelle: "Tour Egypt")

Auf diesem Fragment einer Säule aus dem Karnak-Tempel, das Horus und Sesostris I. zeigt, befindet sich rechts über dem Haupt des Horus eine "Symbol-Triade" (Was-Zepter, Djed-Pfeiler und Anch-Zeichen) auf der "Korb"-Hieroglyphe.

"Symbol-Triade" (vergrößerter Ausschnitt aus
vorhergehender Abb.) (Quelle: "Tour Egypt")

 
 

 

 

Ornamente und Dekorationen

 

Die Farbenfreudigkeit der alten Ägypter ist aus der ornamentalen Dekoration ihrer Wohnhäuser und besonders aus ihren herrlichen und farbenprächtigen Grabmalereien ersichtlich. Die Schöpfer dieser "Kunstwerke", die sich offenbar gar nicht als "Künstler" sehen, haben diese mit Liebe und Hingabe an den Götter- und Totenkult gestaltet. Alle ihre Darstellungen haben symbolhaften Charakter. Ihre Werke werden heute (meistens) unter künstlerischem und ästhetischem Aspekt betrachtet, ohne ihren Symbolgehalt zu (er)kennen.

Nachfolgendes Bild zeigt ein paar Beispiele (Reihenfolge: von links oben nach rechts unten):



Abb. 1 zeigt einen Feder-Kobra-Fries aus Kap. 125 des Totenbuches (wie z.B. zu finden im Grab der Nefertari, im Papyrus des Ani und an weiteren Orten).

Abb. 2 enthält eine Leiste von "Cheker-Zeichen". Es soll sich bei diesen Zeichen um einen symbolischen Hinweis auf die göttliche Zeit des Ursprungs Ägyptens handeln. Diese symbolhafte Dekoration stammt aus dem Grab Ramses´VI. (20. Dyn.) im Tal der Könige.

Abb. 3 stellt das Podest des Thrones des Osiris dar (aus dem Grab Sethos´I.).

Abb. 4 zeigt eine Fußleiste aus dem Grab des Merenptah (19. Dyn.) im Tal der Könige.

Abb. 5 (durchgehend) ist die Umrandung eines Wandbildes aus dem Grab Sethos´I. (19. Dyn.) im Tal der Könige.

Abb. 6 enthält einen Fries von "Symbol-Triaden" aus dem Grab Sethos´I. (in anderer Reihenfolge als beim Terrassentempel der Hatschepsut; s.o.).

Abb. 7 gibt das Beispiel einer Wanddekoration in einem Wohnhaus wieder.
(Quelle: "Ägyptomanie"; s. "Links")

Abb. 8 zeigt den Sternenhimmel in der "Blauen Kammer" unter der Stufenpyramide des Djoser (3. Dyn.) in Sakkara.

Abb. 9 stellt ein Motiv (Ewigkeitssymbole) aus dem Grab des Handwerkers Sennedjem in Deir el-Medineh dar (s. "Grab des Sennedjem"). Dieser und weitere Künstler aus der Handwerkersiedlung schmücken die Grabstätten Sethos´I. und Ramses´II. (19. Dyn.) im Tal der Könige.


Wandmalerei (Grab des Sennedjem): zwischen den beiden
Anubis-Darstellungen (Schakal auf einem Schrein liegend)
ist das o.g. Motiv (Ewigkeitssymbole) zu erkennen

 

Stele mit dem gleichen Motiv: hier mit nur e i n e r Wasserlinie
(um 900; Louvre) (Quelle: "Tour Egypt")
(Zum Bild: der Harfner Djed-chensu-iues-anch singt und spielt
eine Hymne an den Sonnengott Re-Harachte; über ihm der Liedtext;
der Himmel ruht auf zwei Was-Zeptern, den Symbolen für Macht)

 

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